Die Exposition gegenüber Phthalaten kann mit einem Schwangerschaftsverlust in Verbindung gebracht werden

Phthalate sind eine chemische Gruppe, die zur Herstellung von Kunststoffen verwendet wird. Sie verleihen ihnen eine längere Haltbarkeit und sind in Hunderten von Produkten des täglichen Bedarfs zu finden, darunter in Flaschen abgefülltes Wasser, Lebensmittelverpackungen und Körperpflegeprodukte wie Haarsprays, Seifen, Nagellack und Shampoos.Laut einer neuen Studie, die in der ACS-Zeitschrift Environmental Science & Technology veröffentlicht wurde, deuten chinesische Forscher jedoch darauf hin, dass eine Phthalat-Exposition das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen könnte, typischerweise zwischen der fünften und 13. Schwangerschaftswoche. Dies ist die erste epidemiologische Studie, die einen möglichen Zusammenhang zwischen der Allgemeinbevölkerung und nicht arbeitsbedingter Phthalatexposition aufzeigt.

Für die Studie maßen die Forscher die Phthalat-Exposition bei Frauen, indem sie ihren Urin auf Phthalat-Metaboliten testeten. Sie testeten Proben von 172 Frauen mit gesunden Schwangerschaften und 132 Frauen mit Fehlgeburten in China. Fehlgeburten waren mit einem Anstieg der Phthalatmetaboliten im Urin verbunden, darunter Di-n- butylphthalat (DnBP), Diisobutylphthalat (DiBP) und Diethylphthalat ( DEP).

Die Studie beweist nicht unbedingt, dass Phthalate zu Fehlgeburten führen; es deutet jedoch auf eine mögliche Assoziation hin.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass weitere Studien erforderlich sind, aber frühere Studien haben auch einen Zusammenhang zwischen Fortpflanzungsproblemen und Phthalaten festgestellt. In einer 2012 in der Zeitschrift Environmental Health Perspectives veröffentlichten Studie fanden Forscher heraus, dass eine erhöhte Phthalatexposition mit einem höheren Fehlgeburtsrisiko während der Empfängnis verbunden war, basierend auf Daten, die von 1992 bis 1994 von 430 Paaren gesammelt wurden.

In den USA wurden sechs Phthalat-Substanzen, die zur Herstellung von Spielzeug und Zubehör für Kinder verwendet werden, aus Sorge um mögliche Gesundheitsprobleme durch Phthalate verboten.

Quellen für den heutigen Artikel:

Mu, D., et al., „Levels of Phthalate Metabolites in Urine of Pregnant Women and Risk of Clinical Pregnancy Loss“, Environmental Science & Technology 2015; 49(17): 10.651–10.657, doi: 10.1021/acs.est.5b02617.
„Exposition gegenüber Phthalaten könnte mit Fehlgeburten in Verbindung gebracht werden“, ScienceDaily-Website, 2. September 2015; http://www.sciencedaily.com/releases/2015/09/150902102649.htm .
Toft, G., et al., „Association between Pregnancy Loss and Urinary Phthalate Levels around the Time of Conception“, Environmental Health Perspectives 2012; 120(3): 458–463, doi: 10.1289/ehp.1103552.
„National Biomonitoring Program“, Website der Centers for Disease Control and Prevention; http://www.cdc.gov/biomonitoring/phthalates_factsheet.html, zuletzt aktualisiert am 21. April 2015.

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